Ein wichtiger Bestandteil eines klinischen Ernährungsmanagements ist der Einsatz gängiger Mangelernährungs-Screenings, um bestehende oder drohende Mangelernährung frühzeitig zu erkennen.
Ziel und Bedeutung von Mangelernährungs-Screenings
Screenings sind schnelle und standardisierte Verfahren als Vorselektion für ein umfassendes Ernährungsassessment (Erfassung und Bewertung des Ernährungszustands).
Vergleich gängiger Screening-Instrumente
Hier stehen gängige und gut validierte Tools wie das Nutritional Risk Screening (NRS 2002), das Malnutrition Universal Screening Tool (MUST) oder das Mini Nutritional Assessment (MNA) für ältere Patienten zur Verfügung.
NRS-2002: Für Krankenhauspatienten (Parameter: Gewichtsverlust, BMI, verminderte Nahrungszufuhr, Schweregrad der Erkrankung, Alter)
MUST: Für ambulante oder stationäre Patienten in Pflegeheimen (Parameter: BMI, Gewichtsverlust, akute Krankheit)
MNA: Für geriatrische Patienten (Parameter: Ernährung, Mobilität, BMI, psychische Faktoren)
Praktische Umsetzung im Krankenhaus
1. Screening bei Aufnahme
Die Durchführung (Körpergewicht und Größe messen, BMI berechnen, Gewichtsverlauf erheben, aktuelle Nahrungsaufnahme erfragen, Score berechnen) findet innerhalb von 24 Stunden nach Aufnahme statt und wird vom Pflegepersonal oder einer Ernährungsfachkraft durchgeführt.
2. Dokumentation
Die Ergebnisse werden pflegerisch erfasst, digital gespeichert und bei Bedarf auch medizinisch kodiert.
3. Einleitung von Maßnahmen
Je nach Ergebnis werden Maßnahmen ergriffen wie die Einbindung des Ernährungsteams, orale Nahrungssupplemente wie Trinknahrung oder Eiweißpulver, Anpassung der Kostform oder enterale oder parenterale Ernährung.
Im Krankenhaus gilt der NRS-2002 als Standardinstrument, da er nicht nur den Ernährungszustand, sondern auch die Krankheitsschwere berücksichtigt. Ein umfassendes Screening bei der Patienten-Aufnahme sowie eine im Optimalfall anschließende ernährungsmedizinische Behandlung sind entscheidend für die Prognose des Patienten sowie für die Vermeidung von Komplikationen.