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Mangelernährung in der ambulanten Versorgung

Inhaltsverzeichnis

Früherkennung und Risiken im Praxisalltag

Mangelernährung ist besonders bei älteren Menschen und chronisch Kranken ein häufig unterschätztes Problem in der ambulanten medizinischen Versorgung. Da ein überwiegender Teil der medizinischen Betreuung außerhalb von Kliniken stattfindet, ist eine frühzeitige Erkennung in Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und bei Hausbesuchen ein wichtiger Faktor.

Definition und Formen der Mangelernährung

Als Mangelernährung wird eine unzureichende Versorgung des Körpers mit Energie, Eiweiß oder Mikronährstoffen bezeichnet. 

Es gibt drei Hauptformen:
• Unterernährung (zu geringe Energieaufnahme)
• Proteinmangel (Verlust von Muskelmasse und Kraft)
• Mikronährstoffmangel (Defizite an Vitaminen oder Mineralstoffen)

Gerade bei älteren Menschen tritt häufig eine kombinierte Form aus Energie- und Proteinmangel auf.

Risikogruppen in der ambulanten Versorgung

Hierzu zählen im Praxisalltag meist:
• Ältere Menschen (≥65 Jahre)
• Patienten mit chronischen Erkrankungen
• Demenzkranke oder Menschen mit Depressionen
• Patienten mit Schluckstörungen (Dysphagie)
• Patienten nach Krankenhausaufenthalten

Früherkennung in der Arztpraxis

Eine frühzeitige Erkennung einer Mangelernährung ist entscheidend, da sie häufig lange Zeit unentdeckt bleibt.

Erste Warnzeichen sind
• ungewollter Gewichtsverlust
• BMI unter 20 kg/m² bei älteren Menschen
• Appetitlosigkeit
• Müdigkeit / Antriebslosigkeit
• Infektanfälligkeit
• schlechte Wundheilung

Risiken und Folgen

Eine unbehandelte Mangelernährung kann erhebliche gesundheitliche Konsequenzen haben, wie u.a. Muskelschwund, ein erhöhtes Sturzrisiko, ein geschwächtes Immunsystem und eine verzögerte Wundheilung.

Maßnahmen im Praxisalltag

Bei Risikopatienten sollten frühzeitig Maßnahmen wie eine Ernährungsanamnese, eine regelmäßige Gewichtskontrolle, eine Ernährungsberatung, ein Einsatz von Trinknahrung und eine Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Hausärzten, Pflegekräfte, Ernährungsberatern und Angehörigen vorgenommen werden.

Erkennung einer Mangelernährung in der ambulanten Versorgung

Da viele Patienten nur unregelmäßig Kontakt zum Gesundheitssystem haben, bietet die Hausarztpraxis eine wichtige Präventions-Möglichkeit. Durch routinemäßige Screenings und Aufmerksamkeit für Risikofaktoren bei älteren und chronisch kranken Patienten kann eine Mangelernährung frühzeitig erkannt und das Risiko schwerer gesundheitlicher Folgen reduziert werden.

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