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Folgen einer Mangelernährung im Krankenhaus

Inhaltsverzeichnis

Folgen einer Mangelernährung im Krankenhaus ist ein häufiges und ernstzunehmendes Problem. Mangelernährung kann den Heilungsverlauf beeinträchtigen und ist mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen, längere Krankenhausaufenthalte, Funktionseinschränkungen und eine höhere Sterblichkeit verbunden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit schweren oder chronischen Erkrankungen. 

Körperliche Folgen:

  • Muskelabbau: 
    Bei unzureichender Energie- und insbesondere Eiweißzufuhr kann der Körper Muskelmasse abbauen. Im Krankenhaus können zusätzlich Krankheit, Entzündungsprozesse und Bewegungsmangel den Verlust von Muskelmasse und körperlicher Leistungsfähigkeit beschleunigen.
  • Beeinträchtigte Wundheilung: 
    Eine ausgeprägte Mangelernährung kann die Wundheilung beeinträchtigen und das Risiko für postoperative und insbesondere infektionsbedingte Komplikationen erhöhen.
  • Geschwächte Immunabwehr: 
    Eine unzureichende Versorgung mit Energie, Eiweiß und Mikronährstoffen kann die Immunfunktion beeinträchtigen und dadurch die Anfälligkeit für Komplikationen erhöhen.
  • Beeinträchtigte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit: 
    Mangelernährung kann mit Schwäche, verminderter Selbstständigkeit und Funktionseinschränkungen einhergehen. Bei älteren und schwer erkrankten Menschen können dadurch beispielsweise Stürze und der Verlust der Selbstständigkeit begünstigt werden.

Folgen für den Behandlungserfolg:

  • Längere Krankenhausaufenthalte: 
    Mangelernährte Patientinnen und Patienten bleiben im Durchschnitt deutlich länger im Krankenhaus.
  • Mehr Komplikationen: 
    Mangelernährung steht mit einer höheren Rate an Komplikationen und einem schlechteren Genesungsverlauf in Zusammenhang.
  • Höhere Sterblichkeit: 
    Mangelernährung ist mit einer erhöhten kurz- und langfristigen Sterblichkeit verbunden. Die DGEM schätzt, dass durch ein systematisches Screening und eine konsequente Ernährungstherapie in Deutschland jährlich eine Vielzahl von Todesfällen vermieden werden könnten.

Etwa 20 bis 30 Prozent der Patientinnen und Patienten sind bei der Aufnahme ins Krankenhaus von Mangelernährung betroffen. Bei älteren und schwer erkrankten Menschen ist das Risiko besonders hoch. Mangelernährung kann auch bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositasauftreten. Ein normales oder erhöhtes Körpergewicht schließt eine unzureichende Versorgung mit Energie, Eiweiß oder Mikronährstoffen nicht aus.

Mangelernährung ist nicht nur eine Begleiterscheinung einer Erkrankung, sondern ein relevanter Risikofaktor für den weiteren Behandlungsverlauf. Deshalb empfehlen aktuelle Leitlinien, Patientinnen und Patienten frühzeitig auf ein Mangelernährungsrisiko zu untersuchen und bei Bedarf rasch eine individuell angepasste Ernährungstherapie einzuleiten.

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